Freitag, 24. September 2010

Fotos von den ersten Tagen



Unser Haus von Außen (wir bewohnn allerdings nur 1/3 davon)


Unsere Küche

Mit unserem Chef Mariano, in einm der Kinderheime

v.l.n.r. Heiko, Anne-Sophie, Vera, Priscila, Sophie und Mariano

Im Zentrum


Sophie und Renata vor der "Police Federal"


Der Morgen danach...

Die Arbeit im Kindergarten

Wir Drei arbeiten alle mehrmals in der Woche vormittags oder nachmittags in drei verschiedenen Kindergärten. In diesem Post möchte ich euch einen kleinen Einblick in meine Eindrücke bezüglich des Kindergartens geben. Als ich das erste Mal im Kindergarten ankam um dort zu arbeiten, wurde ich sofort freundlich begrüßt und einer Gruppe zugewiesen. Die Kinder musterten mich erst sehr skeptisch. Als ich versuchte lustige Versteckspielchen mit ihnen zu machen guckten sie mich an als hätte ich einen Vogel. Aber ich hatte auch kaum Zeit mich ihnen zu nähern, denn dann wurde „zack zack zack“ in die Hände geklatscht und die Kinder mussten sich an die Wand stellen. Als alle ruhig waren ging es in den Essensraum und es gab Lunch: Kuchen und Kakau. So diszipliniert wie es in den einzelnen Räumen zuging, so undiszipliniert lief das Essen ab. Es wurde geschrieen, Essen herumgeworfen und jede Menge davon wanderte in den Mülleimer, da die Kleinen zum Beispiel den Zeitplan nicht einhielten oder einfach nur keinen Hunger mehr hatten. Danach wurden die Kinder umgezogen und mussten sich wieder an die Wand stellen. Währenddessen habe ich mit den Kindern, die nicht umgezogen wurden gespielt und herumgetollt, was jedoch sehr zweifelnd von den Erzieherinnen gemustert wurde. Mittlerweile hatten die Kinder aber schon Vertrauen zu mir gefasst, sodass drei in meinen Haaren hingen, drei auf meinem rechten und drei auf meinem linken Bein saßen. So konnte ich mit ihnen „Auto“ spielen.
Anschließend bekam jedes Kind eine Zeitung vor sich gelegt, womit sie sich dann beschäftigen durften. Die Erzieherinnen und ich haben währenddessen gebastelt. Als die Zeitungen dann vollkommen zerfetzt waren, ging es wieder an die Wand und danach erneut in den Essensraum. Dort gab es dann Abendessen (16:00 h.) und anschließend wurden die Kinder wieder umgezogen, sie bekamen ihren Rucksack auf und warteten dann bis zu einer Stunde bis sie abgeholt wurden. Als alle Kinder weg waren, wurde auf den Boden eine Folie geklebt und Spielzeug drauf gelegt. Kaputte Plastikinstrumente ( leere Shampooflaschen und Spülmittelbehälter,sowie kaputte Deosprays)und Ähnliches. Das Spielzeig für den nächsten Tag. Nicht jeder Tag lief natürlich so ab, doch das Konzept ist ungefähr immer gleich. An einem tag bekamen die Mädchen beispielsweise (anstelle von der Zeitungseinheit) Papierminiröcke und Papierbekinioberteile angezogen und mussten wie Prima Ballerinas tanzen, während die Jungen still zugucken mussten. Ich sitze meistens daneben, bastele mit den Erzieherinnen und spiele, sofern ich darf, ein bisschen mit den Kindern. Momentan bin ich dort also noch nicht eigenständig, was aber auch daran liegt, dass ich die Kleinen kaum verstehe und sie auch mein fehlerhaftes Portugisisch keineswegs richtig interpretieren. Ich hoffe, dass es mir erlaubt wird und auch postiv entgegen genommen wird, wenn ich in den kommenden Monaten auch meine eigenen Ideen miteinbringe undrealisiere. Denn auch wenn ich das momentan noch nicht ausdrücken kann, so habe ich doch viele Vorstellungen was ich mit den Kindern machen könnte.
(Anne-Sophie)

Mittwoch, 22. September 2010

Vom Ländle ins Ausländle



Jetzt ist es also soweit… wir sind ganz lange ganz weit weg. Das ist einerseits natürlich sehr erschütternd und tragisch (für euch), aber auch sehr spannend und schön (für uns),oder nicht?
Raus aus dem kleinen, wohlbehüteten, verregneten und altbekannten Deutschland und rein ins Vergnügen.
Bunt, laut und groß empfing uns São Paulo. Allein in der Fremde wurden wir von einem ach so heimischen VW-Bulli holper die polter ins neue Heim gebracht. Dort begrüßten uns gleich stürmisch unsere zwei Hunde,  eine kleine Katze, sowie einige kleine Ameisen, die nun also auch zu unser hiesigen Familie gehören sollten. Wir erwarteten brasilianische Korruption und trödelnde Beamten, doch diese haben wir anscheinend in Deutschland zurück gelassen genauso wie noch zwei weitere Freiwillige, die dort  wegen ihrer Visumsprobleme mit ihnen zu kämpfen haben. Zur Zeit sind wir also vier Freiwillige hier, mal schauen wen die Zeit noch bringt.
Nach einer langen Eingewöhnungsphase („Ruht euch aus, gewöhnt euch ans Klima, seid vorsichtg mit dem Essen…“) fingen wir dann endlich an zu arbeiten. Unsere Arbeitswoche besteht im Moment darin, dass wir in den Kinderheimen, Kindergärten und in der Küche tätig sind.
Der Arbeit hier treten wir jeden Tag aufs Neue mit gemischten Gefühlen entgegen. Auf der einen Seite sind da die süßen anhänglichen Kinder, die uns sofort in ihre Herzen schlossen, auf der anderen Seite begenet uns aber auch der ungewohnte brasilianische Umgang mit den Kindern. Doch nach knapp zwei Wochen Arbeit, wollen wir noch kein vorschnelles Urteil fällen und lassen das Neue erst mal auf uns wirken.
Neben der Arbeit machen es uns die vielen neuen Eindrücke schwer Deutschland zu vermissen. Da ist zum Beispien die freundliche Mentalität der Brasilianer welche uns sofort mit Küsschen auf die Wange begüßen. Oder das süße Rufen der Kinder „tia, tia“, was soviel wie Tante bedeutet.
Auch die Busfahrten lassen im wahrsten Sinne des Wortes unsere Herzen höher hüpfen. Nach manch einer langen Nacht haben wir uns dennoch gefragt, wie wir es schaffen bei so einem rasanten Fahrstil in einem Bus, der jeden Moment auseinander brechen zu scheint, schlafen zu können. Lag das wohl an unseren neuen Freund Caipirinha? Oder liegt es an der Stadt São Paulo die auf der einen Seite sehr hektisch und chaotisch ist, dessen Bewohner aber unglaublich ruhig und gelassen sind. Faszinierend ist auch, dass diese riesige Stadt mit Lärm und Müll mitten im größten Hochhausgebiet kleine grüne Fleckchen hat, die einen von dem Durcheinander abschirmen. Mitten in der Paulista stießen wir auf einen kleine Oase, einen Park in dem ein Regenwaldfeeling aufkam.
Wir freuen uns auf weitere Überraschungen, die diese Stadt und das Jahr hier uns zu bieten haben.